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Chinesen: Warum sie ein Problem mit dem "R" haben

Frankfurt/Main. Schmunzeln bei der Bestellung im Chinarestaurant: Die Bedienung notiert zwei Frühlingsrollen und wiederholt dabei, "zwei Flühlingslollen". Das Klischee scheint bestätigt: Chinesen können kein "R" aussprechen und benutzen stattdessen einen "L"-Laut. Doch können Chinesen wirklich kein "R" aussprechen?

 

Viele Wörter im Deutschen haben ein rollendes "R", das macht die deutsche Sprache für Chinesen schwierig, ihr Akzent ist charakteristisch und erscheint kurios. Aber sind Chinesen tatsächlich nicht in der Lage, ein "R" zu sprechen?

Clemens Büttner vom Institut für Orientalische und Ostasiatische Philologien der Universität Frankfurt am Main kennt die Antwort und sagt: "Ich kenne viele Chinesen, die sehr wohl ein 'R' sprechen können, sie müssen es allerdings lernen und üben, ähnlich wie wir Deutsche die Aussprache des englischen "Th".

Ein rollendes "R" gibt es in der chinesischen Sprache nicht, es gibt nur einen Laut, der für Europäer wie ein "L" oder "J" klingt. Im Deutschen ungeübte Chinesen benutzen diese Laute deshalb, um das deutsche "R" zu ersetzen.

Fremde Laute und Betonungen einer Sprache, die ein Mensch nicht schon in der Kindheit gelernt hat, muss er in der Regel lange üben, bis er sie beherrscht: Ob Franzose, Brite oder Chinese eine akzentfreie Aussprache erreichen dennoch nur die wenigsten.

Wer Chinesisch lernen will, dem ergeht es allerdings nicht anders. «In der chinesischen Sprache gibt es beispielsweise vier verschiedene Möglichkeiten, dieselbe Silbe zu betonen - das bestimmt ihre Bedeutung», sagt Büttner. Das unterscheidet Chinesisch sehr stark vom Deutschen. Die Sprache ist deshalb für Deutsche schwierig zu erlernen. Mit einer falschen Betonung können so Aussagen entstehen, die wiederum Chinesen zum Schmunzeln bringen.

(ddp)

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