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Ärzteorganisation: "gezieltes Töten" in Afghanistan ist Mord

Berlin (ddp). Die deutsche Sektion der Ärzteorganisation IPPNW warnt vor einer politischen Rechtfertigung des "gezielten Tötens" von Aufständischen in Afghanistan. "Ohne rechtstaatliches Verfahren ein Todesurteil über einen Menschen zu verhängen und zu vollstrecken, ist Mord", sagte IPPNW-Vorstandsmitglied Christoph Krämer am Freitag in Berlin.

 

Er fügte mit Blick auf Äußerungen von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hinzu, Deutschland dürfe eine solche "empörende Politik" nicht mittragen und müsse auf andere Staaten einwirken, dies zu unterlassen.

 

Westerwelle hatte am Mittwoch gesagt, dass er eine "gezielte Bekämpfung" der Taliban für rechtlich möglich hält: "Wir müssen wissen, dass gegnerische Kämpfer in einem nicht-internationalen bewaffneten Konflikt in dem vom Völkerrecht gesteckten humanitären Rahmen gezielt bekämpft werden können und auch dürfen."

 

Aus Sicht der Ärzteorganisation muss der inzwischen fast neunjährige Feldzug als Krieg anerkannt werden. Damit einhergehen müsse ein sofortiger Waffenstillstand sowie die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit den Aufständischen. Zudem soll Afghanistan aus Sicht der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) umfassende Reparationen für die Kriegsschäden erhalten.

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