FA: Herr Elsässer die deutsche Wirtschaft zieht stark an, haben wir die Euro-Krise überstanden?
Jürgen Elsässer: Keineswegs, es sind die grundlegenden Schwächen des Euros die nicht behoben wurden, außerdem sollten wir auch nicht vergessen, dass nach wie vor ein halbes Dutzend Euro-Länder vor dem Staats-Bankrott stehen. Griechenland war erst der Anfang, es ist nur eine Frage der Zeit bis es in Spanien weiter geht. Die europäischen Banken haben anscheinend den Stresstest bestanden, aber Unterlagen der EU-Kommission belegen, dass die Banken versteckte Schulden in Höhe von 18 000 Milliarden Euro erst gar nicht ordentlich bilanzieren. Das ist das Pulver der Zeitbombe, die jederzeit durch Forderungen der Wall-Street, gezündet werden kann. Wenn das passiert hätten wir ein europaweites Griechenland.
FA: Ist das 750 Milliarden umfassende Euro-Rettungspaket nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein?
Jürgen Elsässer: Genau, das EU-Rettungspaket soll den Markt sozusagen in falscher Sicherheit wiegen, aber dieser Rettungsschrim ist für mich nicht mehr, wie der Tropfen auf den heißen Stein. Die Rettungssumme von 750 Milliarden Euro wird verpuffen, diese Summe kann nicht reichen wenn es um Außenständen in Höhe von 18 000 Milliarden Euro geht. So gehen die Politiker mit unseren Steuergeldern um. Für mich ein Grund wieso Horst Köhler zurückgetreten ist, er musste dieses Gesetzt zur Rettung des Euros unterzeichnen, konnte es aber im Rückblick nicht mit seinem Gewissen vereinbaren und zog die politische Konsequenzen daraus.
FA: Können Sie sich vorstellen, dass bei dem Euro-Debakel künstlich nachgeholfen wurde?
Jürgen Elsässer: Ich kann mir gut vorstellen das es sich um eine bewusste Manipulation amerikanischer Privatbanken wie Goldman und Sachs handelt die den Euro-Kurs drücken wollen. Die amerikanischen Banken haben bewusst eine Kreditklemme herbeigeführt und versuchen dadurch den Euro zu destabilisieren. Am 6 – 9 Mai 2010 sind die Kreditmärkte sprichwörtlich ausgetrocknet. An der US-Börse gab es einen Blitz-Kollaps in dem innerhalb von wenigen Minuten der Dow-Jones über 1000 Punkte verloren hat, heute kennt man die Ursache: Es waren superschnelle Rechner die schädliche Aufträge von Goldman und Sachs abwickelten.
FA: Herr Elsässer, hat der Euro Zukunft?
Jürgen Elsässer: Der Euro in der gegenwertigen Form kann nicht gerettet werden, außer man diskutiert offen über die Konstruktionsmangel der Gemeinschaftswährung.
FA: Welche Konstruktionsmängel meinen Sie und welche Maßnahmen könnten ergriffen werden?
Jürgen Elsässer: Es war ein Fehler die wirtschaftlich starken Ökonomien mit den schwächeren zusammenzulegen. Es würde helfen wenn sich der Euro gesund schrumpf, also Staaten wie Griechenland aus der Währungsgemeinschaft verbannt. Griechenland sollte aus eigenem Interesse den Euro aufgeben und die Drachme wiedereinführen. Diese würde natürlich stark abgewertet werden, die eigenen Exporte würden allerdings verbilligt und die griechische Handelsbilanz verbessert. Das wäre für Griechenland gut und würde die restlichen Staaten wie Deutschland entlasten. Der Euro wäre eine kompaktere Währung und eher eine Alternative zum Dollar.
FA: Herr Elsässer sie werden auf der Aktionskonferenz: Der Euro vor dem Zusammenbruch referieren. Können sie uns dazu etwas sagen?
Jürgen Elsässer: Es werden die kompetentesten Vertreter zum Thema auftreten, die da wären: Professor Schachtschneider und Professor Hankel bekannt durch ihre Verfassungsklagen gegen den Euro es tritt auf Professor Max Otte, wir haben den britischen Euro-Abgeordneten Nigel Farage, Dr. Edgar Most, ehemaliger Vizepräsident der Zentralbank der DDR. Also eine gesunde Mischung der konservativen bürgerlichen Schicht und Vertreter aus der eher linken Tradition. Wir wollen durch diese lagerübergreifende Zusammenarbeit die Bürger vereinen. Als gemeinsames Ziel haben wir uns die Rückgewinnung der Währungspolitik in die Hand des Volkes gesetzt. Das Volk hätte über die Euro Einführung abstimmen müssen, dies ist nicht geschehen, es wurde wieder an den Bürger vorbei entschieden. Unser Hauptziel ist eine Volksabstimmung über die Zukunft des Euros.
FA: Wie wird es mit dem Sorgenkind Euro weiter gehen, stehen wir vor einer Währungsreform?
Jürgen Elsässer: Bevor wir den Euro betrachten sollten wir auch ein Blick über den großen Teich zum Dollar werfen, ich kann mir vorstellen, dass der Dollar in absehbarer Zukunft Geschichte sein wird. Er ist die defizitanfälligste Währung aller Zeiten und Obama lässt die Notenpressen auf Dauerbetrieb laufen. Daher könnte der Euro als Fluchtwährung vom Dollar fungieren. Das andere Szenario ist, dass der Dollar den Euro mit in den Abgrund reist. Ich gehe davon aus, dass wir in 10 Jahren wieder mit der D-Mark zahlen werden.
Hinweis: Beiträge von Jürgen Elässers finden Sie auf nexworld.TV, sein neues Buch Der Euro-Crash - Griechenland war erst der Anfang (104 Seiten, 7.50 Euro) erscheint im Kai-Homilius-Verlag.






















































