In der Studie mit insgesamt über 430 Patienten an 24 akademischen Zentren in drei Ländern bekamen die Betroffenen den Wirkstoff Everolimus verabreicht, der bisher eingesetzt wird, um Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation von Nieren oder Herzen zu unterdrücken. Das Mittel zeigte bei den Patienten mit Nierenzysten den Effekt, das Wachstum der Zysten deutlich zu verlangsamen. Bei einzelnen Patienten kam es nach der Gabe des Wirkstoffs sogar zu einer direkten Verbesserung der Nierenfunktion.
Die Ergebnisse der Studie legten nahe, dass es erstmals möglich ist, die genetische Erkrankung durch Medikamente zu beeinflussen, so die Forscher. "Das sind wirklich gute Nachrichten für die Patientinnen und Patienten, die an dieser Erkrankung leiden, vor allem, wenn sie sich noch ein einem frühen Stadium befinden", erklärt Studienleiter Gerd Walz. Allerdings seien noch weitere Studien notwendig, um den optimalen Einsatz der Medikamente sicher abzustimmen. Es sei daher noch zu früh, das Medikament bedenkenlos und außerhalb weiterer Studien einzunehmen.
(ddp)
Neuer Behandlungs-Ansatz von Nierenzysten
Freiburg. Freiburger Wissenschaftlern gelang ein Durchbruch bei der Behandlung sogenannter Nierenzysten. Bei dieser meist angeborenen Erkrankung kann die Niere zerstört werden, so dass die Betroffenen auf regelmäßige Nierenwäschen oder auf eine Transplantation angewiesen sind. Mit einem sonst bei Transplantationspatienten eingesetzten Medikament lässt sich das Wachstum der Zysten verzögern, konnten die Forscher nun in einer Studie nachweisen. Das meldet das Universitätsklinikum Freiburg.
28.06.10 -




















































