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Unmenschliche Waffen und Deutschlands historische Aufgabe

Endlich: Rund eineinhalb Jahre nach der ersten Unterschrift unter dem Abkommen ist die internationale Konvention gegen Streubomben in Kraft getreten. Wenig erfreulich allerdings ist, dass die größten Hersteller dieser inhumanen Kriegswaffen - Russland, China und die USA – das Abkommen nicht ratifizierten.

Von: Oliver Strohnach

Erstmals eingesetzt wurden diese heimtückischen Kriegswaffen im zweiten Weltkrieg. Die Bomben oder Granaten öffnen sich in der Luft und streuen zahlreiche kleinere Sprengsätze, sogenannte Bomblets, aus. Dies macht es möglich, viele Kleinladungen auf einen weiten Bereich niederregnen zu lassen, mit entsprechend großer Zerstörungswirkung. Haupteinsatzgebiet sind dabei sogenannte „weiche“ Ziele - also vor allem Menschen. Bis zu zehn Prozent der Kleinladungen detonieren dabei nicht, so dass das betroffene Gebiet auch für längere Zeit einem Mienenfeld gleichkommt.

Es existieren internationale Studien, nach denen 98 Prozent der Opfer dieser Waffen Zivilisten sind. Zuletzt eingesetzt wurden sie von der NATO 1999 im Kosovo-Krieg, von den USA in Afghanistan 2001 und im Irak 2003. Auch im Libanon-Konflikt 2006 setzten beide Seiten Streumunition ein. Die Israelis warfen allein in den letzen 72 Stunden vier Millionen Bomblets ab, von denen ca. eine Million nicht explodierten. Auch Russland und Georgien setzen im Konflikt 2008 Streumunition ein.

Gerade die Staaten, die am intensivsten diese unmenschlichen und heimtückischen Waffensysteme produzieren und verwenden, weigern sich bis heute vehement, den Sperrvertrag zu unterschreiben. Deutschland gehörte 2008 mit zu den ersten Unterzeichnern. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass die BRD bis 2008 selbst einer der größten Hersteller dieser umstrittenen Waffengattung war.

Nach wie vor gehört die Bundesrepublik zu den größten Rüstungsherstellern der Welt. Nach Angaben des Handelsblatts habe Deutschland seine Waffenexporte in den letzen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Zwar zeigen wir uns zurückhaltend, wenn es darum geht, die eigenen Soldaten in den Kugelhagel zu schicken, doch scheint es uns nicht zu belasten, anderen reichlich Mittel zur Verfügung zu stellen, sich auf bestialische Art zu töten und zu verletzen.

Die tragische Vergangenheit unseres Landes, das nach zwei Weltkriegen völlig zerstört zurückblieb und von dessen Boden der grausamste Krieg aller Zeiten ausging,  sollte jedoch nicht nur Anlass sein zu ewiger Zerknirschung und Schuldbekenntnissen. In die Zukunft blickend sollte uns klar werden, dass in diesen dunklen Kapiteln unserer Vergangenheit eine historische Aufgabe für Deutschland begründet liegt: Als Botschafter des Friedens aufzutreten und auch gegenüber unseren Verbündeten nicht nachzulassen, die Fatalität bewaffneter Konflikte und die unbedingte Notwendigkeit einer friedlichen Lösung immer wieder zu betonen. Gerade aufgrund unserer eigenen Geschichte sollte es uns erlaubt sein, deutlichste mahnende Worte an befreundete Nationen wie Israel und die USA richten zu dürfen.

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