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Scharfe Kritik an Frankreichs Roma-Abschiebepolitik

Frankfurt/Main (ddp). Die französische Regierung wird wegen ihres kompromisslosen Kurses gegenüber Angehörigen der Roma immer heftiger kritisiert. "Mit den Abschiebungen kriminalisiert Präsident Nicolas Sarkozy alle Roma - nicht nur in Frankreich, sondern in Europa", sagte die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Monika Lüke, der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe)

 

Auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), fand deutliche Worte. "Mich stört die teilweise zu harsche Rhetorik, mit der hier eine ganze Bevölkerungsgruppe pauschal ausgegrenzt wird", sagte er.


Nachdem seit Jahresbeginn mehr als 8300 Roma ausgewiesen wurden, prüft die Europäische Kommission, ob Paris gegen EU-Freizügigkeitsgrundsätze verstößt. Auch der Berliner Menschenrechtsbeauftragte hebt auf diesen Punkt ab: "Es muss klar sein, dass Freizügigkeit ein Kernbestand der EU ist", sagte Löning. "Im Haus Europa müssen alle Europäer Platz haben, gleich welcher Herkunft sie auch sein mögen."


Das Bundesinnenministerium gerät nun ebenfalls unter Druck. Es will am kommenden Montag einen Staatssekretär zu einer Tagung nach Paris schicken, auf der das Thema illegale Einwanderung im Mittelpunkt stehen soll. Löning mahnte das Innenressort, "die Situation mit Augenmaß zu betrachten". Lüke erwartet von Innenminister Thomas de Maizière (CDU), "dass er Sarkozys populistische Politik der Ausgrenzung von Roma unmissverständlich kritisiert".

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