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Bandscheibenvorfälle können ganz harmlos sein

Unterhaching (ddp). Sie werden häufig zufällig bei Röntgen- oder Kernspinuntersuchungen entdeckt, die wegen völlig anderer Beschwerden durchgeführt werden: Bandscheibenvorfälle. Zu erschrecken braucht bei dieser Diagnose jedoch niemand: "Wenn ein Vorfall keine Symptome verursacht, muss er auch nicht behandelt werden", betont Siegfried Götte, Vorsitzender des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Unterhaching bei München. Sinnvoll sei es in diesen Fällen allerdings, dem Betroffenen prophylaktische Empfehlungen für die Gesundheit seiner Wirbelsäule an die Hand zu geben.

 

Anders sieht es aus, wenn das Bandscheibengewebe Nervenwurzeln quetscht oder aufs Rückenmark drückt. Dann können neurologische Ausfälle und Probleme mit der Koordination die Folge sein: "Manchmal hängt der Fuß oder die Motorik beim Gehen ist gestört. Auch Beeinträchtigung der Darm- oder Blasenfunktion, Gefühlsstörungen oder fehlende Reflexe treten auf", berichtet der Experte. Schmerzen dagegen sind nicht zwingend mit einer Vorwölbung der weichen Bandscheibe verbunden, kommen jedoch häufig vor und werden oft von angrenzenden Strukturen der Wirbelsäule wie Muskulatur, Bänder und Gelenken hervorgerufen.

Auch in solchen Fällen muss aber nicht unbedingt operiert werden: "Zuerst wird meist eine konservative Therapie eingesetzt", so Götte. Dazu gehören entzündungshemmende und muskelentspannende Medikamente sowie Spritzen direkt an die Nervenwurzel gegen die Schmerzen. Auch die manuelle Therapie kann die Behandlung ergänzen. Auf diese Weise bekommt man die Probleme in den meisten Fällen bereits in den Griff. "Viele Vorfälle bilden sich dabei sogar zurück", weiß Götte. Eine Operation ist allerdings dann unumgänglich, wenn es starke akute neurologische Probleme gibt oder wenn gegebenenfalls über eine längere Zeit immer wieder Probleme im Zusammenhang mit dem Vorfall auftreten, die durch konservative Methoden nicht zufriedenstellend zu behandeln sind.

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