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Verbraucherschützer gegen Google

München (ddp). Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sieht den US-Internetkonzern Google wegen seines umstrittenen Straßenfotodienstes Street View mit einer steigenden Flut von Klagen konfrontiert. "Wenn die Welle an Widersprüchen anhält, vermuten wir, dass es bis Jahresende mehr als 50 000 werden könnten", sagte Aigner dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht. Nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Mieter könnten Widerspruch einlegen.

 

Google will laut Aigner zwar eine "unbürokratische Lösung für Sammelwidersprüche in Gemeinden" anbieten, jedoch schätzt die Ministerin, dass durch Street View mehr als 90 Prozent aller Wohngebiete bereits digitalisiert seien.

Gleichzeitig kritisiert Aigner die schleppende Aufklärungsarbeit von Google. Der Konzern hatte vor zwei Wochen zugegeben über seinen umstrittenen Dienst "Google Street View" W-Lan-Daten privater Haushalte sowie und Teile von E-Mails gesammelt und gespeichert zu haben. Laut Google sei dies nur ein Versehen gewesen. Doch nun hat sicht der Web-Monopolist auch nicht an die Fristen zur Herausgabe der Daten gehalten. Das Misstrauen gegen den Webriesen wächst. Kritik und Klagen in Deutschland, Hongkong und den USA nehmen zu. 

"Dass bei der Auslieferung der Festplatte an die zuständigen Behörden offenbar auf Zeit gespielt wird, ist nicht akzeptabel und gibt Spekulationen Raum, was tatsächlich auf der Festplatte gespeichert ist", sagte die Ministerin. Sie befürchte, dass die Daten längst irgendwo in den USA liegen. "Die Bürger haben einen Anspruch auf umfassende Aufklärung, was mit den erfassten E-Mail-Fragmenten passiert ist", sagte Aigner.

Vor ihrem Gespräch mit Managern von Facebook über deren neue Datenschutzpolitik forderte Aigner: "Die höchste Sicherheitsstufe muss zur Standardeinstellung werden. Es darf nicht sein, dass Internetnutzer sich erst mühsam durch viele Fenster klicken müssen, um ihr Privat-Profil gegen unerwünschte Zugriffe zu schützen." Facebook-Chef Mark Zuckerberg war zuletzt in die Kritik geraten als E-Mails öffentlich wurden, in denen er sich abfällig über das blinde Vertrauen der Facebook-Nutzer äußerte.

Die Ministerin drängte Google wie auch Facebook wegen der strittigen Verwendung von Kundendaten zu besserem Datenschutz. Der Imageschaden, den beide Unternehmen erlitten hätten, sei bereits gewaltig. "Wenn das Vertrauen der Nutzer schwindet, riskieren die Firmen ihr Geschäftsmodell", sagte Aigner.

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