Sie befinden sich hier: Startseite

280 Millionen Euro sollen Anleger auf Steuerdaten-CD deponiert haben

München (ddp). Die dem Land Baden-Württemberg angebotene CD mit Daten von möglichen Steuersündern betrifft nach einem Medienbericht 1748 Anleger aus ganz Deutschland. Diese sollen insgesamt 280 Millionen Euro bei einem Vermögensverwalter deponiert haben, der das Geld in der Schweiz bei Banken und Versicherungen angelegt hat, wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Donnerstag berichtete. Die Fahnder gehen daher bis jetzt von sieben Millionen Euro an Steuernachzahlungen aus.

 

Die Rechnung könnte sich für den Staat laut dem Bericht aber sehr viel günstiger entwickeln. Den der Fiskus geht routinemäßig nur von hinterzogenen Zinsen, aber versteuertem Kapital aus. Sollte sich der Verdacht auf Schwarzgeld bestätigen, würde deutlich mehr in die Staatskasse fließen.

Der Anbieter der Daten hatte laut dem Magazin zunächst versucht, seine Ware beim Bundeszentralamt für Steuern in Bonn zu verkaufen. Die Beamten dort verwiesen ihn an das Finanzamt Freiburg-Land, wo er seit Februar 2009 drei Excel-Dateien ablieferte. Nach Prüfung der Tabellen wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Diese sollte zunächst klären, ob die Behörden mit dem Datenhändler überhaupt ins Geschäft kommen dürfen. Die Staatsanwälte kamen zu dem Ergebnis, dass es keinen Ansatz für eine Strafverfolgung des Informanten gebe.

Die CDU/FDP-Koalition hat sich allerdings bislang noch nicht darüber geeinigt, ob die Daten gekauft werden sollen. Ähnliche Konflikte drohen auch in Bayern, wo sich laut dem Bericht Anfang Februar drei Informanten an die Behörden gewandt haben.

Bilder-Galerie (Bild anklicken zum Vergrößern)
 
In Verbindung stehende Nachrichten:


<- Zurück zu: Startseite