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Ausgewählte Kinostarts vom 13. August

Neben anzunehmenden Blockbustern wie der Blödelkomödie "Zack & Miri Make A Porno" oder dem Action-Feuerwerk "G.I. Joe" locken sowohl anspruchsvollere als auch anarchischere Filme in die Kinos.

 

Das Genre des (Anti-)Kriegs-Films zu revolutionieren, ist wegen der vielen brillanten Filme seit dem Vietnamkrieg ein sehr schweres Unterfangen. Gut, dass dies gar nicht der Anspruch von "Tödliches Kommando" ist. Dieser versucht, den Krieg mit all seinen Facetten so realistisch wie möglich abzubilden und somit nachvollziehbar, ja erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen die Elitesoldaten eines Bombenentschärfungskommandos im Irak. Tagtäglich ist der Tod für diese Spezialisten nur ein Fingerzucken entfernt. Wie sich das auf die eigene Moral, aber auch auf die Art und Weise der Truppenführung niederschlägt, wird hier in eindrücklichen Bildern dokumentiert.


Genau den umgekehrten Ansatz, etwas zu dokumentieren, verfolgt der Film "Die Partei". Dort wird der Weg der Partei des ehemaligen Titanic-Chefredakteurs Martin Sonneborn nicht nur nachgezeichnet, sondern regelrecht wie ein Action-Film inszeniert. Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative – so die Abkürzung – besteht seit 2004 und will durch satirische Überzeichnung die Fehler und Widersprüche der parlamentarischen Demokratie offenbaren. Damit ist sie sozusagen die Mutter aller Spaß-Parteien und somit Voraussetzung für die Etablierung der Piraten-Partei oder den Kanzler-Avancen eines Horst Schlämmer. Leider wurde die Partei nicht zur Bundestagswahl zugelassen, umso wichtiger ist wohl dieses filmische Manifest ihrer politischen Umtriebe.


Ebenfalls politisch motiviert ist "Hunger", der Film über den IRA-Häftling Bobby Sands. Dieser wird von den einen als Märtyrer und von den anderen als Terrorist angesehen; Fakt ist, dass Sands zu einem Symbol des Widerstands gegen die britische Sicherheitspolitik geworden ist. Mit einem Hungerstreik versuchte er die britische Regierung dazu zu zwingen, IRA-Häftlinge als politische Gefangene anzuerkennen und auch so zu behandeln, was der damals 27-Jährige am 5. Mai 1981 mit seinem Leben bezahlte. Ihm folgten neun weitere Mithäftlinge in den Tod, so dass die britische Regierung schließlich nahezu allen Forderungen nachkommen musste – nur den Status der politisch Gefangenen haben IRA-Kämpfer bis heute nicht.


Nicht den Niedergang, sondern den Aufstieg einer ganz anderen Person der Zeitgeschichte widmet sich "Coco Chanel – Beginn einer Leidenschaft". Hier wird der Weg von Gabrielle Chanel nachgezeichnet, vom Waisenhaus über Varieté-Shows und Provinzschneidereien bis hin in die Pariser Modewelt. Diese willensstarke und rebellische Persönlichkeit stellt sich dabei nicht nur gegen damals gängige Rollenklischees, die von Frauen erwartet wurden, sondern entwirft neben Kleidern auch eine ganz eigene Vision von Stil und Erfolg. Audrey Tautou wird wohl ewig mit ihrer Rolle der Amélie verbunden bleiben, doch gelingt ihr hier die Darstellung einer besonderen und unergründlichen Frau, der sowohl feminine als auch feministische Seiten innewohnen. (MS).

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