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Ausgewählte Kinostarts vom 6. August

Die neu anlaufenden Filme dieses Donnerstags scheinen entlang stereotyper Geschlechterrollenbilder entworfen zu sein. Da gibt es einerseits das knallharte Gangster-Epos mit viel Schießereien und (Kunst-)Blut für die starken Männer und andererseits die einfühlsamen Liebesgeschichten für die zarten, verträumten Frauen. Doch der Reihe nach…

 

Rio de Janeiro ist ein Moloch: Drogenhandel, Korruption, Bandenkriege und wahllose Morde gehören hier geradezu zum Stadtbild. Natürlich kann man diese menschenverachtenden Zustände in den Favelas mit einer filmischen Aufarbeitung nur romantisieren oder zum Lifestyle erheben, wie es bereits mit "City of God" geschah. Diesmal wechselt derselbe Regisseur José Padilha auf die Seite der Staatsgewalt und beschreibt die Zustände nicht mehr aus der Sicht der Favela-Bewohner und Kriminellen, sondern schwenkt zur Innenansicht einer Spezialeinheit der brasilianischen Militärpolizei. Bereits 2007 gedreht, kommt der Film nun endlich doch noch in die deutschen Kinos. Dabei schockiert "Tropa de Elite" mit noch expliziterer Gewalt und der traurigen Einsicht, dass bei einem Krieg alle gegen alle niemand wirklich gewinnen kann.


Im zweiten Gangster-Film dieser Woche sind allerdings die Fronten klar und auch der Ausgang der Geschichte sollte bekannt sein. Die Rede ist von "Public Enemies", in dem Johnny Depp den amerikanischen Gangsterboss John Dillinger verkörpert. Dillinger raubte zur Zeit der ersten Bankenkrise mehrere Banken aus und wurde zusammen mit seiner Bande zum neuen Robin Hood. Er brach aus ausbruchsicheren Gefängnissen aus und führte das FBI jahrelang an der Nase herum. Dieser Hochmut brachte ihn schließlich zu Fall. Mit Christian Bale erhält Depp einen würdigen Gegenpart, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass der Film zwar unterhält, aber prinzipiell lediglich einen berüchtigten Ganoven beweihräuchert. Die Tatsache, dass durch "Public Enemies" der Bogen zur aktuellen Finanzkrise gespannt wird, ist aufgrund dessen jedoch beachtlich und wird wohl für Kontroversen sorgen.


Wechseln wir nun ins Fach der Frauenfilme: Den Anfang macht da die deutsche Beziehungskomödie "Maria, ihm schmeckt’s nicht" nach dem gleichnamigen Bestseller von Jan Weiler. Christian Ulmen spielt darin Jan, der die Deutsch-Italienerin Sara heiraten möchte. Dafür fahren beide in Saras Heimat, wo es natürlich zu allerlei kulturbedingten Missverständnissen und Peinlichkeiten kommt. Schließlich muss sich Jan fragen, ob er wirklich in eine italienische Familie einheiraten will. Durchaus unterhaltsam und kurzweilig, lässt der Film jedoch auch keine noch so plumpe Pointe aus. Ein schärferer Blick auf kulturelle Unterschiede und etwas weniger Klamauk hätte dem Film sicher gut getan.


Zum Abschluss steht ein ganz großer des neuen Autoren-Kinos im Mittelpunkt: nämlich Pedro Almodóvar, der erneut mit seiner Muse Penélope Cruz zusammenarbeitet und die Oscar-Gewinnerin für die Hauptrolle von "Zerrissene Umarmungen" engagiert. Erneut geht es um Almodóvars Lieblingsthema: der Liebe im Dreieck, einer ménage à trois, Polyamory hoch drei, wie auch immer man es nennen mag. Jedenfalls scheint der Regisseur dieses Thema noch immer nicht zur Genüge abgearbeitet zu haben oder schlicht davon besessen zu sein. Wie immer ist der Film dann auch sehr phantasievoll, einfühlsam und auf seine Art auch sehr komisch, doch langsam sollte sich Almodóvar einem neuen Topik zuwenden. Denn so gut gemacht der Film auch ist, man ertappt sich dabei Vergleiche zu früheren Filmen des Spaniers zu ziehen. Und vorhersehbarer werden die Streifen durch den ähnlichen Aufbau natürlich zudem. (MS).

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