Ein starker Dollar liegt nach Aussage des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, im Interesse der internationalen Gemeinschaft. Banque-de-France-Chef Christian Noyer zufolge sollte kein Land seine Währung manipulieren, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wandte sich gegen den früheren Goldstandard, wie ihn Weltbank-Chef Robert Zoellick angeregt hatte, und gegen feste Wechselkurse.
Geithner sagte am Donnerstag dem US-Fernsehsender CNBC, Kursschwankungen des Dollars hingen vom Ausmaß der Kapitalströme in die als sicherer Hafen geltende US-Wirtschaft ab und nicht von der Lockerungspolitik der Notenbank. Damit wandte er sich gegen die Kritik auch der Bundesregierung, dass die USA über ihre extrem lockere Geldpolitik die eigene Währung abwerten, um den Exporten des Landes einen Vorteil zu verschaffen. "Das würden die USA nie tun. Wir werden niemals versuchen, unsere Währung zu schwächen, um daraus einen Wettbewerbsvorteil zu gewinnen oder unser Wachstum zu stärken", versicherte der US-Finanzminister. Schließlich sei der Dollar gestiegen, als die Welt zum Zeitpunkt der größten Sorgen um eine globale Rezession die "Sicherheit der risikolosen Anlage in den USA" gesucht habe. "In dem Maße, wie die Welt zuversichtlicher wird, kehren sich einige dieser Zuflüsse um", was von einer stärkeren Zuversicht in die Weltwirtschaft zeuge.
In einem Interview der "Straits Times" aus Singapur drängte Geithner zudem asiatische Notenbanken, eine Aufwertung ihrer Währungen zuzulassen, um die Inflation einzudämmen und einer Entstehung von Preisblasen entgegenzuwirken. Die Kapitalzuflüsse nach Asien "erscheinen mir angemessen zu sein. Es ist rational, nicht überraschend und im Vergleich zu den Alternativen grundsätzlich wünschenswert". Die Zuflüsse verursachten "Druck und Spannungen" für asiatische Zentralbanken, räumte er ein. Er lobte die Entscheidung der Zentralbank Singapurs vom Oktober, den Singapur-Dollar weiter aufwerten zu lassen. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung, um auf die Geldzuflüsse zu reagieren.
Trichet sagte auf einer Konferenz in Lyon: "Finanzminister Timothy Geithner und (US-Notenbankpräsident) Ben Bernanke sagen, dass ein gegenüber anderen konvertiblen Währungen starker Dollar im US-Interesse ist. Ich bin überzeugt, dass es im Interesse der USA, Europas und der internationalen Gemeinschaft ist, einen gegenüber anderen konvertiblen Währungen starken Dollar zu haben." Noyer sagte in einem Interview des "Figaro", er glaube auch nicht, dass die US-Notenbank den Dollar abwerten wolle. Er habe am Wochenende in Basel Vertreter der US-Notenbank getroffen, die ihm versichert hätten, dass es der Federal Reserve nicht darum gehe, den Wechselkurs des Dollars an den Devisenmärkten zu schwächen.
Ackermann sagte der "Financial Times Deutschland" am Rande des G-20-Gipfels in Seoul: "Ich bin der Meinung, dass das Währungssystem, das wir haben, eigentlich ein gutes ist. Ich glaube weder, dass wir zu einem Goldstandard zurückkehren sollten, noch, dass fixe Wechselkurse ein stabiles System wären." Goldstandard bedeutet, dass der Geldwert an einer fixen Menge Gold festgemacht wird.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will im nächsten Jahr während der französischen G-20-Präsidentschaft über ein stabileres Währungssystem sprechen. In seiner Zeit als Finanzminister Frankreichs hatte dies auch der heutige Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, angestrebt. Ackermann sagte über Abwertungsversuche: "Ich finde, der Markt reagiert eigentlich ganz gut auf die Fundamentaldaten." Der Euro sei stärker gewesen, dann wegen der Schuldenkrise in der EU gesunken und liege jetzt "irgendwo dazwischen".
Ackermann verteidigte auch das Verhalten Chinas, das seine Währung nicht freigibt und nur langsam aufwerten lässt. "China muss man verstehen, die sind in einer Phase des Übergangs zu noch mehr Marktwirtschaft. Da braucht man einfach Zeit und man muss da Geduld haben. Die Chinesen werden sich auch nicht zu einer Wechselkurskorrektur drängen lassen. Da muss man auch politisches Gespür haben dafür."
Die privaten Banken in Deutschland dagegen kritisierten niedrig gehaltene Wechselkurse einzelner Länder. "Das jüngst schon als 'Währungskrieg' apostrophierte Ringen der großen Wirtschaftsmächte um den 'richtigen' Wechselkurs ihrer Währungen gibt Anlass zur Sorge", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Schmitz, in Berlin. "Währungsungleichgewichte infolge eines bewusst niedrig gehaltenen Außenwertes der eigenen Währung sind zweifelsohne Gift für ein freies, auf gegenseitigem Vertrauen beruhendes Handelsregime", warnte der Vorstandssprecher der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG bei den von dem Bankenverband veranstalteten "Schönhauser Gesprächen" laut seinem Manuskript. "Deutschland sollte daher in den zuständigen internationalen Gremien sein Gewicht in die Waagschale werfen, um ein solches Szenario zu verhindern."























































