«Die Situation hat das Potenzial einer Weiterentwicklung, weil die Gegend in Japan viel dichter besiedelt ist und viele Industrieanlagen stärker betroffen sein könnten», sagte der Experte.
Paretzke zufolge bietet die Evakuierung einer 20-Kilometer-Zone um die betroffenen Kernkraftwerke zwar zunächst Sicherheit vor akuter Strahlenerkrankung, es könnten sich aber auch außerhalb dieses Bereichs Radionuklide absetzen, also kleine strahlende Teilchen. «Häuser oder ganze Stadtteile könnten so längerfristig kontaminiert werden.»
In Deutschland werden nach Paretzkes Ansicht nicht alle denkbaren Maßnahmen zur Abwehr einer nuklearen Katastrophe angewendet. So empfehle er seit langem sogenannte Kiesbettfilter, ein etwa einhundert Meter langes, abgeschlossenes dickes Rohr. «Dadurch kämen bei einer Freisetzung aus dem Druckbehälter rund zehnmal weniger radioaktive Partikel nach außen», sagte er.
Er monierte, dass es nur noch wenige Fachleute im Bereich Strahlenschutz gebe, weil immer mehr Lehrstühle abgebaut würden. Die beiden einzigen universitären Strahlenschutzprofessoren in Deutschland - darunter auch Paretzke - sind im Ruhestand.
Experte: Es könnte schlimmer als Tschernobyl kommen
Dresden (dapd). Die Reaktorunfälle in Japan könnten nach Einschätzung von Experten das verheerende Ausmaß der Katastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren annehmen. Das sagte der Experte für Strahlenphysik des Helmholtz-Zentrums München, Herwig Paretzke, am Rande der Physiker-Tagung in Dresden der Nachrichtenagentur dapd.
14.03.11 -



















































