In erster Linie treibe der schwache Dollar die Anleger zum Edelmetall, das noch immer als sicherer Hafen wahrgenommen werde, sagt Briesemann. Bei vielen Investoren wachse die "Angst vor einem Währungskrieg". Andere sprechen von einem "Wettlauf der geldpolitischen Lockerung". Die rotierenden Druckerpressen zahlreicher Zentralbanken schwächten die nationalen Währungen. So soll der jeweilige heimische Export angekurbelt werden, um die eigene Volkswirtschaft aus der verheerenden Weltwirtschaftskrise schnell wieder in die Wachstumsspur zu schicken, sagt Briesemann weiter.
Erst am Dienstag hat die Bank of Japan (BoJ) ihre bereits extrem expansive Geldpolitik weiter gelockert und den Leitzins auf eine Spanne zwischen 0 und 0,1 Prozent gesenkt. Damit sollen die Auswirkungen des starken Yen gemildert werden. Seit Jahren ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt von einer Deflation geplagt, die die Finanzierungskosten der Unternehmen in die Höhe treibt. Das zwingt die Betriebe zu Entlassungen und hält sie von Investitionen ab. Zudem schieben Verbraucher Käufe auf, um von günstigeren Preisen zu profitieren. Darüber hinaus verteuerte der starke Yen die Exporte.
Ähnliche Aktionen seien demnächst auch von der US-Notenbank zu erwarten, sagt Arnd Schäfer, Volkswirt im Bereich Rohstoffe bei der WestLB. Die hohe Goldnachfrage sei ein Abbild der Unsicherheiten im Markt. Treibende Kraft ist dabei nach Ansicht von Schäfer die Angst der Investoren vor deflationären Tendenzen. Und die dürfte wegen der angespannten Staatshaushalte noch andauern und erst im kommenden Jahr langsam geringer werden.
Daneben gebe es aber auch Anzeichen für eine Abschwächung des Goldpreisanstiegs, betont Briesemann. Im Handel komme es zu ersten Gewinnmitnahmen. Zudem reagiere die weltweite Schmuckindustrie sensibel auf den Anstieg. Die teuren Produkte hielten die Kunden zunehmend von den Juwelieren fern. In Indien und der Türkei, weltweit die größten Goldkäufer, seien die Goldimporte zuletzt sogar gesunken.
Eine Konsolidierung des Goldpreises erwarteten offenbar auch Minenbetreiber. Erstmals seit mehr als viereinhalb Jahren hätten sich etliche von ihnen im zweiten Quartal über Termingeschäfte die künftige Abnahme des Edelmetalls zu aktuellen Preisen gesichert, sagt der Commerzbank-Analyst weiter.
Die technisch orientierten Analysten von Barclays Capital sind dagegen weiter optimistisch. Für eine Fortsetzung des Anstiegs sprächen saisonale Faktoren. In den vergangenen acht Jahren habe der Goldpreis im vierten Quartal stets zugelegt. Die Marken von 1.330 oder gar 1.370 Dollar dürften eher früher als später getestet werden, hieß es. Briesemann sieht den Goldpreis bei 1400 Dollar - allerdings erst Ende 2011. Gold bleibe also eine interessante Anlage.
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Deflationsängste treiben Anleger ins Gold
Frankfurt (dapd). Seit Monaten kennt der Goldpreis nur eine Richtung - nach oben. Am Dienstag wurde das erste wenige Tage alte Allzeithoch erneut kassiert. Am Vormittag kostete die Feinunze (31,1 Gramm) 1328,60 Dollar. Grund ist einmal mehr die Suche der Investoren nach einer sicheren Anlage. Doch auch Spekulanten heizen die Nachfrage in der Aussicht auf einen andauernden Höhenflug an. Die Zeichen für eine Konsolidierung mehrten sich aber, sagt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Auch die WestLB rechnet mit einer Stabilisierung des Preises - allerdings erst für Ende 2011.
05.10.10 -























































