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Freiwillige Selbstkontrolle im Buchhandel "problematisch"

Frankfurt/Main (ddp). Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sieht die von dem SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy geforderte freiwillige Selbstkontrolle (FSK) des Buchhandels nur schwer umsetzbar. Eine freiwillige Selbstkontrolle in Form einer händlerseitigen Prüfung von Buchinhalten sei problematisch, sagte der Justiziar des Börsenvereins, Christian Sprang, am Dienstag auf ddp-Anfrage in Frankfurt am Main. Die Verbreitung rechtsextremistischer Bücher über das Internet soll dadurch erschwert werden.

 

Sprang sagte, Buchhandlungen könnten auf Kundenwunsch rund eine Million lieferbarer Buchtitel in deutscher Sprache beschaffen. Eine Prüfung von deren Inhalten durch den Buchhändler sei "schon aufgrund der schieren Menge unmöglich". Zudem fehle dem Handel die Beurteilungskompetenz, zwischen Büchern, die vom Prinzip der freien Meinungsäußerung gedeckt seien, und volksverhetzenden Inhalten zu unterscheiden. Bei einer Verlagerung dieser Aufgabe von der Justiz auf den Buchhandel bestehe auch die Gefahr, dass es zu einer Zensur käme.

Der Börsenverein bot jedoch an, in enger Zusammenarbeit mit der Justiz ein Frühreaktionssystem einzurichten, mit dem volksverhetzende und NS-verherrlichende Bücher unmittelbar nach einer Gerichtsentscheidung aus dem deutschen Buchhandel entfernt werden könnten. Sprang betonte, der Börsenverein habe sich "immer energisch gegen NS-verherrlichende und volksverhetzende Literatur eingesetzt". Daher bringe er dem Vorstoß Edathys "grundsätzlich große Sympathie entgegen".

Laut "Spiegel" tauchten in der Vergangenheit rechtsextremistische Titel in den Angeboten von Internethändlern auf, die - oft über Drittanbieter aus dem Ausland - problemlos bestellt werden konnten. Bei einer Stichprobe Anfang Juli stellte das American Jewish Committee (AJC) rund 60 antisemitische oder revisionistische Bücher auf den deutschen Seiten von Amazon.de fest.

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