IG-Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer sagte dem Blatt: "Gerade in der Krise ist Kaufkraft unverzichtbar, damit die Nachfrage Wachstumsimpulse geben kann."
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte der Zeitung: "In den Krisenbranchen besteht kein Verteilungsspielraum. Es kommt vielmehr darauf an, den Betrieben innerhalb der Tarifvereinbarungen weitere Gestaltungsspielräume zu eröffnen." Differenziert werden müsse nicht nur zwischen den Branchen sondern auch zwischen einzelnen Betrieben.
Gustav Horn, der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, bezeichnete Nullrunden bei den Tarifverhandlungen als "Gift für die Wirtschaft". Löhne seien nicht nur Kosten, sie kämen auch den Unternehmen zugute, weil die Arbeitnehmer dann mehr kaufen könnten, sagte er dem Blatt.
"Durch eine gesamtwirtschaftliche Lohnpause würde die Binnennachfrage noch weiter geschwächt und damit eine wichtige Stütze der Konjunktur beschädigt", sagte Horn der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. "Wir haben keine Krise, die durch überhöhte Löhne entstanden ist, sondern eine globale Nachfragekrise." Horn verteidigte zugleich die Forderungen der Gewerkschaften nach spürbaren Einkommensverbesserungen für die Beschäftigten beim Bund und den Kommunen. Der Staat müsse entscheiden, ob er höhere Löhne zahlen oder neue Konjunkturprogramme auflegen wolle.
Der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel nannte es empörend, wenn nun Lohnzurückhaltung gefordert werde, weil Firmen mithilfe von Kurzarbeit Beschäftigung gesichert haben. Die Unternehmen hätten Personal gehalten, um für eine wirtschaftliche Erholung gewappnet zu sein, sagte Hickel der "Frankfurter Rundschu" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Diese Unternehmensstrategie könne nicht als Argument für Lohnzurückhaltung benutzt werden. Der Spielraum für Lohnzuschläge liege bei bis zu drei Prozent.
Gewerkschaften lehnen Nullrunde bei Tarifverhandlungen 2010 ab
München/Osnabrück/Frankfurt/Main (ddp). Die Gewerkschaften lehnen Forderungen nach Nullrunden bei den Tarifverhandlungen in diesem Jahr ab. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, sagte der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht: "Wir brauchen Lohnerhöhungen, um den Binnenmarkt anzukurbeln. Und das geht nur, wenn die Arbeitnehmer mehr Geld in der Tasche haben." Möllenberg kritisierte die Forderungen von Ökonomen und Wirtschaftsverbänden scharf: "Weihnachten und die Zeit der Wünsche ist vorbei. Wir brauchen keine Lohnpause, sondern allenfalls eine Expertenpause."
05.01.10 -























































