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Große Werkschau von Jean Dubuffet

München. Mit gleich zwei Ausstellungen wird in München der französische Künstler Jean Dubuffet geehrt. Als Allround-Genie und ewiger Außenseiter der Kunstszene beschäftigte er sich bis zu seinem Tod im Jahr 1985 mit so unterschiedlichen künstlerischen Bereichen wie der Malerei, der Literatur und der Philosophie. Deshalb werden im Literaturhaus unter dem Titel „Jean Dubuffet: Das Papier beleben“ ganze 39 Künstlerbücher des Autodidakten ausgestellt, während in der Hypo-Kunsthalle seinem künstlerischen Gesamtwerk mit 150 Bildern, Installationen und Skulpturen gehuldigt wird.

 

Diese steht unter dem bezeichnenden Titel „Leben im Laufschritt“, der seiner Autobiographie entlehnt ist und bereits auf die unstete und ruhelose Suche nach Neuem hindeutet. So unterschiedlich wie die Bereiche seiner Aktivitäten sind, fallen auch die Arbeiten seines künstlerischen Schaffens aus: vom gegenständlichen Frühwerk und rauen Materialbildern über naive Afrika-Impressionen und sinnlichen Frauenkörpern bis hin zu grellen Großformaten und gebirgigen Skulpturen reicht das Spektrum.


Den wohl prägendsten Einfluss auf die Kunstgeschichte nach dem zweiten Weltkrieg stellt sein Konzept der Art Brut dar. Ungekünstelt, keiner bestimmten Ästhetik verpflichtet und besonders unakademisch biete diese gerade Außenseitern wie Kindern, Geisteskranken oder Straßenkünstlern ein Sammelbecken. Dabei geht es darum Kunst nicht auf Konzepten aufzubauen, sondern ganz natürlich, spontan und gewissermaßen nebenher entstehen zu lassen. Obwohl er sich selbst nie strikt dieser Szene zuordnete, gelang es ihm dadurch doch die Hoch- mit der Subkultur zu verbinden. Gerade das Grobschlächtige daran kommt seiner Forderung, dass Kunst den Geist anrempeln müsse, um ihn in Bewegung zu bringen, sehr nahe. (MS).

Bilder-Galerie (Bild anklicken zum Vergrößern)
 


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