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Hamm-Brücher: FDP muss sich um die Demokratie bemühen

Die als große Dame des deutschen Liberalismus geltende frühere FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher glaubt, dass die Partei mit «ein paar wenigen optischen Kurskorrekturen» ihre Krise nicht überwinden kann.

 

Berlin (dapd). «In der heutigen FDP sind die jungen Leute lammfromm, sie drängen nicht auf inhaltliche Veränderung», sagte die ehemalige Staatsministerin im Auswärtigen Amt der «Frankfurter Rundschau» (Montagsausgabe). Die FDP müsse sich mehr um die Demokratie insgesamt bemühen, «das würde sie auch für die Wähler wieder interessant machen», sagt die Politikerin, die am kommenden Mittwoch 90 Jahre alt wird.

«Wenn wir weiterhin so wenig Gespür für die Defizite und Fehlentwicklungen in unserer Demokratie haben, dann fürchte ich, dass sie doch nicht dauerhaft hält. Und das wäre eine Katastrophe», warnte Hamm-Brücher, die 2002 die FDP wegen antisemitischer Äußerungen ihres Parteikollegen Jürgen Möllemann verlassen hatte.

Insgesamt dürften die Parteien sich den Staat nicht zur Beute machen, sondern müssten die Bürger stärker an den Entscheidungen beteiligen. Bürgerbeteiligung sei kein «unbequemes Beiwerk, sondern ein belebendes Element» der Demokratie, sagte Hamm-Brücher.

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