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Hermann kritisiert Sportverbände und Bundesinnenministerium

Berlin. Der sportpolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, kritisiert im Zusammenhang mit den späten Bekenntnissen von fünf Leichtathletiktrainern zu ihrer Dopingvergangenheit in der DDR Sportverbände und das Bundesinnenministerium. «Das Innenministerium hat nachweislich in Sachen Übernahme dieser belasteten Trainer Anfang der Neunziger Jahre beide Augen zugedrückt», sagte Hermann der «Berliner Zeitung» laut Vorabbericht. Schon damals sei bekannt gewesen, dass einige dieser Trainer zum Teil schwer belastet gewesen seien, sei es als Spitzel für den DDR-Geheimdienst oder als Dopingtäter.

 

«Die Fachverbände haben es geduldet, das Bundesinnenministerium hat es geduldet«, sagte Hermann. »Und nach 20 Jahren heißt es nun: Jetzt geben sie es wenigstens zu. Jetzt ist der Neuanfang da. Jetzt ist alles verjährt. Jetzt entschuldigen wir uns alle einfach mal pauschal.»

Der Grünen-Politiker verwies auf die Wirkungen einer derartigen «Schwamm-Drüber-Mentalität». Er fragte: «Wie müssen sich eigentlich die Opfer des DDR-Doping-Systems fühlen, die seit Jahrzehnten leiden und mit dauerhaften Schäden leben müssen, wenn die Verantwortlichen von einst als Trainer durch öffentliche Mittel gut verdient haben und jetzt noch von Sport und Staat eine Generalamnestie erhalten?» Es müsse nach individueller Schuld und Verantwortung gefragt werden. (ddp)

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