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Kindliche Langeweile: nach den Ursachen forschen

Manchmal stehen Kinder inmitten ihres vollgestopften Spielzimmers und krähen: «Mir ist sooo langweilig!» Für Eltern ist diese Beschwerde angesichts der schier unbegrenzten Beschäftigungsmöglichkeiten ihrer Sprösslinge oft nicht nachvollziehbar.

 

Braunschweig (dapd). «Langeweile ist allerdings ein kindlicher Überbegriff für verschiedenste Unpässlichkeiten», erklärt Frank Hofmann, Leiter der Erziehungsberatungsstelle am Domplatz in Braunschweig. Oft lohne es sich daher, erst einmal zu schauen, welches Problem wirklich hinter der Klage steckt. 

Häufig sei beispielsweise eigentlich eine Reizüberflutung der Grund für die vermeintliche Langeweile. Kinder hätten zeitweise Mühe, aus der großen Zahl der möglichen Aktivitäten und der zur Verfügung stehenden Spielsachen das Passende für sich auszuwählen. «In solchen Fällen ist es hilfreich, wenn Eltern offene Fragen stellen, beispielsweise: Was möchtest Du denn gerne machen? Welche Spielsachen stehen Dir zur Auswahl?», sagt der Diplom-Psychologe. So helfe man dem Kind bei der Entscheidungsfindung, ohne es in eine Richtung zu drängen. 

Kinder in die eigene Beschäftigung einbinden 

Der Satz «Mir ist langweilig» kann aber auch bedeuten, dass das Kind möchte, dass man sich mit ihm beschäftigt. «Eltern müssen deshalb aber nicht alles stehen und liegen lassen. Oft reicht es schon, den Nachwuchs in die eigene gegenwärtige Beschäftigung einzubinden, indem man das Kind beispielsweise bei der Hausarbeit helfen lässt», sagt Hofmann. 

Manchmal ist kindliche Langeweile sogar ein Hinweis darauf, dass Tochter oder Sohn eine Pause brauchen. «Wenn viel los ist, bitten Kinder auf diese Weise unter Umständen um die Erlaubnis, sich mal auszuklinken», sagt Hofmann. Eltern sollten die Kleinen dann in ihrem Bestreben bestärken, sich etwas zu entspannen. 

Wichtig sei, dass man gelangweilten Kindern nicht sofort alles abnehme und für Programm sorge - vielmehr sollte man sie dabei unterstützen, sich selbst zu helfen. «Oft müssen Kinder nur an Aktivitäten herangeführt werden und können sich dann auch gut wieder alleine beschäftigen», sagt Hofmann. Es helfe ihnen aber, wenn man gemeinsam mit ihnen den Anfang mache. 

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