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Mit der Panzerfaust gegen deutsche Atomkraftwerke?

Es ist das ultimative Horrorszenario: Terroristen attackieren mit entführten Flugzeuge Atomkraftwerke. Die Folgen für Bevölkerung und Natur wären katastrophal. Dieses Szenario ist bei der Terrorabwehr längst bekannt und wird durch verschärften Kontrollen an den Flughäfen entgegen getreten. Doch enthüllt nun eine Greenpeace Studie, dass Terroristen nicht auf Flugzeuge angewiesen sind um ein Atomkraftwerk zur Kernschmelze zu bringen. Allein eine Panzerfaust würde ausreichen um einem Kernkraftwerk erheblichem Schaden zuzufügen.

Von: Paul Hüber

Die älteren deutschen Atomkraftwerke sind nach der neuen Studie der Umweltorganisation Greenpeace nicht nur durch gezielte Flugzeugabstürze, sondern auch durch Terroranschläge mit panzerbrechenden Waffen gefährdet. Beim Beschuss mit tragbaren Waffensystemen könnte es zu einer Kernschmelze und einer Verstrahlung der Umgebung binnen wenigen Stunden kommen, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. Bis zu einem Drittel der Fläche Deutschlands könnte auf Dauer kontaminiert werden.

Die Studie bezieht sich auf die panzerbrechende Waffe AT-14 Kornet E, die laut Greenpeace seit 1994 auf dem Markt ist und seitdem in zahlreichen Ländern in 100.000er Stückzahl produziert wird. Die Waffe russischer Bauart wurde für den Kampf gegen feindliche Panzer entwickelt und ist für ihre enorme Durchschlagskraft bekannt. Die Geschosse können laut der Gutachterin Oda Becker bis zu einen Meter Stahl und bis zu drei Meter Stahlbeton durchschlagen.

Anhand dieser enormen Feuerkraft  - der im Nato-Jargon  „AT-14 Spriggan“ genannten Waffe - wären die älteren Atomkraftwerke, nicht ausreichend vor Beschuss geschützt.  Die Betonhülle der älteren Atomkraftwerke sind nur 60 Zentimeter bis einen Meter dick. Neuere Kraftwerke haben eine bis zu 1,80 Meter starke Außenwand.

Das Bundeskriminalamt wollte sich auf dapd-Anfrage nicht zu der Studie oder der Gefährdung von Atommeilern äußern. Aufgrund dieser Gefahrenlage verleiht  der Umweltverband der  Forderte nach der sofortige Abschaltung älterer Meiler und einen vollständigen Atomausstieg bis 2015 Nachdruck.


Quelle: dapd

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