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Neue Krebstherapie stoppt fehlgeleitete Zellen des Immunsystems

Philadelphia (dapd). Eine neuartige Behandlungsstrategie stellt sich einem fatalen Prozess bei der Tumorentstehung entgegen: der Fehlleitung von körpereigenen Abwehrzellen. Krebszellen locken nämlich spezielle Zellen des Immunsystems an, sogenannte regulatorische T-Zellen, die den Tumor vor der Zerstörung durch die Körperabwehr schützen. Deutschen Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diese fehlgeleiteten Immunsystem-Zellen gezielt auszuschalten. Mit diesem Verfahren konnten sie bereits die Tumorbildung bei Mäusen bekämpfen. In Zukunft könnte eine entsprechende Behandlung auch beim Menschen erfolgreich sein, schreiben die Wissenschaftler um Katjana Klages vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig im Fachmagazin "Cancer Research".

 

"Die regulatorischen T-Zellen kann man auch als Friedens-Zellen oder Blauhelmsoldaten des Immunsystems bezeichnen", sagt Jochen Hühn, einer der beteiligten Wissenschaftler. "Sie unterdrücken Abwehrreaktionen und beruhigen scharf geschaltete Abwehrzellen." Wenn fremde Strukturen wie beispielsweise Krankheitserreger oder Blütenpollen in den Körper eindringen, können die regulatorischen T-Zellen unterscheiden, ob diese gefährlich oder harmlos sind. So schützen sie den Körper vor Allergien und unterdrücken Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen und Gewebe angreift. Allerdings können auch Krebszellen diese Friedens-Zellen mit Botenstoffen zu sich locken. Dadurch verhindern die Tumorzellen, dass die Immunabwehr sie als fremd und gefährlich erkennt und abtötet.

Die regulatorischen T-Zellen auszuschalten gilt deshalb als neuer Ansatz in der Krebstherapie. Um diese Methode und ihre Heilungschancen genauer zu untersuchen, haben die Wissenschaftler nun Versuche an Mäusen mit Krebstumoren durchgeführt. Sie schleusten dabei ein Gen in die Erbinformation der Mäuse ein, das die T-Zellen anfällig für einen Giftstoff macht. Eine Injektion des Zellgifts in den Körper der Maus schaltet die T-Zellen dann gezielt aus und führt zu einer deutlichen Verkleinerung der Tumoren.

Noch können diese Forschungsergebnisse nicht direkt auf den Menschen übertragen werden. "Von Mäusen zum menschlichen Patienten ist es ein weiter Weg", sagt Hühn. Die Resultate hätten aber gezeigt, dass die Entwicklung von Substanzen, die die regulatorischen T-Zellen gezielt ausschalten, eine erfolgreiche Strategie bei der Krebsbehandlung sein könnte, so die Wissenschaftler.

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