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Ohrmuskeln sollen Rollstühle und Prothesen steuern

Forscher aus mehreren Städten wollen herausfinden, ob Rollstühle und Prothesen künftig durch die Ohrmuskeln gesteuert werden können. Wie bei jeder Muskelaktivierung entstünden auch durch die Bewegung der Ohrmuskeln auf natürliche Weise elektrische Signale, erklärten Neurologen der Universitätsmedizin Göttingen am Donnerstag.

 

Göttingen (dapd). Die geplante Mensch-Maschine-Schnittstelle besteht den Angaben zufolge im Kern aus einem kleinen Chip hinter dem Ohr. Dieser soll Muskelsignale aufzeichnen und per Funk an einen Empfänger übertragen, der dann die Rollstühle oder Prothesen Geräte steuert. «Wir wollen in den nächsten drei Jahren ein neues System entwickeln, mit dem Patienten mit einer hohen Querschnittlähmung, die weder Arme noch Beine bewegen können, erstmalig ihre technischen Rehabilitationsmittel mit Hilfe der Ohrmuskeln selbst steuern können», sagte der Göttinger Neurophysiologe David Liebetanz. Jeder noch so kleine Zugewinn an Autonomie sei für diese Patienten von großer Bedeutung.

Die Federführung bei dem Projekt liegt in Göttingen, beteiligt sind Wissenschaftler aus Heidelberg und Karlsruhe. Das Bundesministerium für Forschung und Technologie fördert das Vorhaben mit 810.000 Euro.

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