Dank der Einführung von 3D habe die Zahl der Besucher sowohl im ersten Halbjahr 2009 als auch 2010 mit 7,2 Millionen die Erwartungen übertroffen, sagt der Pressesprecher des Kinobetreibers Cinemaxx, Arne Schmidt. Im ersten Quartal 2010 sei jeder Film an der Spitze der Charts ein 3D-Film gewesen. "Das zeigt, wie dominant 3D derzeit ist", sagt er. Cinemaxx betreibt 37 Kinos mit 300 Sälen in Deutschland.
Auch UCI habe deutlich von der Einführung des 3D-Kinos im vergangenen Jahr profitiert, sagt der Marketing-Direktor der Kette, Thomas Schülke. "Vor allem 'Ice Age 3' und 'Avatar' haben 2009 stark geboomt." Zwar veröffentlicht das Unternehmen, das deutschlandweit 24 Kinos mit 211 Sälen betreibt, laut Schülke keine Zahlen. Die Steigerung der Besucherzahlen im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr habe aber jene des Branchendurchschnitts deutlich überstiegen - diese lag bei 18 Prozent.
Das erste Halbjahr 2010 komme zahlenmäßig nicht ganz an den Vorjahreszeitraum heran, räumt der UCI-Sprecher ein. Grund sei die Fußball-Weltmeisterschaft im Juni und Juli. "Während der WM trauen sich viele nicht, Filme zu starten", sagt Schülke. Er rechne aber damit, dass der neue "Harry Potter"-Film im 3D-Format, der im November in Deutschland anlaufen soll, dies noch aufholen werde.
Nach Angaben des Geschäftsführers der Betreibergruppe Cineplex, Kim Ludolf Koch, haben nicht nur die Fußball-WM, sondern auch einige unerwartete Flops zu einer Stagnation der Besucherzahlen "auf hohem Niveau" geführt. Sowohl "Shrek 4" als auch "Toy Story 3" seien weit hinter ihrem Potenzial zurückgeblieben, sagt Koch. Statt der neun Millionen Besucher im ersten Halbjahr 2009 seien deshalb in diesem Jahr rund ein Prozent weniger gekommen.
Dennoch blickt auch Koch zuversichtlich in die Zukunft. "Von einer Krise des Kinos redet schon lange keiner mehr", sagt er. Dank 3D stiegen die Umsätze ständig an, auch bei gleichbleibenden oder sinkenden Besucherzahlen. Bei Cineplex, mit 84 Kinos und 450 Leinwänden Deutschlands zweitgrößter Kinobetreiber, werde der Gesamtumsatz 2010 um zehn Prozent höher sein als 2009, prophezeite er. "Bei einer normalen Kinokarte machen wir 6,20 bis 6,80 Euro Umsatz. Bei einer 3D-Karte sind es sieben bis acht Euro", sagte Koch. Dies sei vor allem dem Preisaufschlag und der Brillenleihgebühr zu verdanken.
Rettung durch 3D - Das Kino in Deutschland hat wieder Zukunft
Hamburg/Berlin (dapd). Jahrelang wurde in Deutschland angesichts sinkender Besucherzahlen und schließender Lichtspielhäuser der Untergang des Kinos prophezeit. Doch seit immer mehr Filme im 3D-Format in die Kinos kommen, geht es offenbar wieder aufwärts. Mehr Besucher kommen in die Kinos und sind anscheinend auch noch dazu bereit, einen Aufpreis für 3D-Filme zu zahlen. Die Zahlen der Filmförderanstalt (FFA) beweisen es: Mit 976 Millionen Euro setzten die deutschen Kinos 2009 fast 200 Millionen Euro mehr um als im Jahr zuvor. Nach Angaben der Betreiber sind die Zahlen für das erste Halbjahr 2010 ähnlich gut.
05.10.10 -















































