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"Tagesschau"-App in der Kritik

Berlin (dapd). Die Zeitschriftenverleger haben die neue kostenlose «Tagesschau»-Applikation für Smartphones und Tablet-PCs als eine «offenkundige Wettbewerbsverzerrung» kritisiert. «Gespeist aus einem großen Gebührentopf wirft der NDR seine Gratis-App auf den Markt und beeinträchtigt das junge Geschäft der Verleger mit Apps, die damit Geld verdienen müssen», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Wolfgang Fürstner, am Dienstag in Berlin.

 

Nach Ansicht des Verbandes handelt es sich um ein rechtswidriges Angebot, weil die Informationsmenge und -struktur die Grenzen der Sendungsbezogenheit deutlich überschritten. Fürstner sagte, der NDR setze sich mit der App über ordnungspolitische Argumente hinweg. Es sei bedauerlich, dass die öffentlich-rechtlichen Amtsträger die Gesprächsangebote der Verleger ausgeschlagen und keine Versuche unternommen hätten, zu einem Ausgleich der Interessen zu kommen.

Die bereits seit längerem geplante "Tagesschau"-App ist am Dienstag gestartet. NDR-Intendant Lutz Marmor hatte gesagt, die "Tagesschau"-App sei ein "zeitgemäßer Service", der den Zuschauern ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung gestellt werde. "Dies bedeutet nicht, dass alle von uns künftig angebotenen Apps kostenlos erhältlich sein werden", kündigte er an. Der Erste Chefredakteur ARD-aktuell, Kai Gniffke, sagte, die Neuerung bedeute, dass es "keine zusätzlichen Inhalte, aber mehr Komfort bei der Nutzung" gebe. Für die Bereitstellung der "Tagesschau-App" fielen den Angaben zufolge nur einmalige Entwicklungskosten an.

Die Angebote von tagesschau.de sind bereits seit 1999 auch mobil abrufbar. Die "Tagesschau in 100 Sekunden" für das Handy gibt es seit 2007 als kostenloses Angebot.

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